Vom 24. bis 26. Juli diskutierten verschiedene Fachleute an der Sommertagung 2026 des «Schweizer Standpunkt» im Hinblick auf die Abstimmung übe die Neutralitätsinitiative vom 27. September unter dem Titel «Welche Neutralität für die Schweiz?» über Geschichte, Bedeutung und Zukunft der Neutralität. Von Ursula Cross
Die Referenten an der Sommertagung 2026 des Schweizer Standpunkt vertraten mehrheitlich die Ansicht, dass die Schweiz ihre glaubwürdige, bewaffnete und dauerhafte Neutralität wieder stärker verfolgen sollte. Dabei wird die Neutralität als wichtiges Instrument für Frieden, Vermittlung und humanitäres Engagement der Schweiz dargestellt. Kritisiert werden insbesondere die Annäherung an die NATO, die Übernahme von EU-Sanktionen gegen Russland sowie eine aus Sicht der Referenten zunehmende Abhängigkeit von ausländischen Mächten.
Ein weiterer Schwerpunkt sind internationale Sanktionen. Wolf Linder, emeritierter Professor für Politologie an der Universität Bern, kritisierte, dass Sanktionen seiner Einschätzung nach häufig politisch und nicht konsequent nach völkerrechtlichen Kriterien eingesetzt würden. Er plädiert dafür, dass die Schweiz grundsätzlich nur Sanktionen der UNO übernimmt.
Der Artikel hebt ausserdem die Vermittlerrolle der Schweiz hervor. Anhand eines Beispiels wird gezeigt, wie die Schweiz dank ihrer Neutralität vertrauliche Gespräche zwischen Konfliktparteien ermöglichen konnte, die De-Eskalation erwirkten.
Die Veranstalter sahen die Schweizer Neutralität als wichtigen Teil der Souveränität und als Grundlage für die internationale Vermittlungs- und Friedensrolle der Schweiz. Sie sprachen sich deshalb für eine Rückkehr zu einer glaubwürdigen und eigenständigen Neutralitätspolitik aus.