Guy Mettan: Warum Neutralität wichtig ist

Für die Gegner der Neutralitätsinitiative sind alle Mittel recht, selbst die schlimmsten. Die einen stimmen allein aus Hass auf Blocher dagegen und machen den Status der Schweiz von ihren kleinen persönlichen Abneigungen abhängig. Absurd! Von Guy Mettan, – Abgeordneter zum Genfer Grossrat (SVP)-Abgeordneter, Mitglied des Neutralitätsrats

Die anderen prangern unaufhörlich die russischen «Einmischungen» und den angeblichen „Putinismus“ der Initianten an, um diese zu diskreditieren und die inhaltliche Debatte zu verschleiern. Man muss jedoch nur einen Moment nachdenken, um festzustellen, dass sie nicht einen Augenblick lang an ihre eigene Rhetorik glauben. Denn wenn die russische Bedrohung und die Einmischungen tatsächlich real wären, wäre der beste Weg, sie abzuwehren, ein Ja zur Initiative zu stimmen; da die Russen – wie man uns sagt – deren Erfolg wünschen, hätten sie keinen Grund mehr, uns anzugreifen oder zu bedrohen, wenn wir ihr zustimmen würden.

Anstatt über den Nutzen der Neutralität zu diskutieren, versucht man also, sie zu einem Problem zu machen.

Bislang wurde die Neutralität stets als Trumpf für den Frieden angesehen. Ein Trumpf für den inneren Frieden, indem sie Spaltungen verhindert, für den äußeren Frieden, indem sie uns vor Angriffen schützt, und für den globalen Frieden, indem sie unserem Land einen rechtlichen Rahmen und diplomatischen Spielraum verschafft, der es uns ermöglichte, den Konfliktparteien einen Raum für Dialog und Konfliktdeeskalation zu bieten.

Indem die tatsächliche Neutralität nun als Hindernis für unsere Freiheit und als Sicherheitsrisiko gegenüber Russland dargestellt wird (wobei nebenbei die anderen Bedrohungen für die globale Sicherheit, wie etwa die USA im Iran, oder die Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht, dessen Hüter wir sind, wie etwa Israel im Gazastreifen und im Libanon, außer Acht gelassen werden), wollen die Gegner der Initiative genau dieses über Jahrhunderte hinweg geduldig errichtete Gebäude zerstören.

Denn weit davon entfernt, uns in ein Korsett zu zwängen und uns einzuschränken – da der Text Kooperationen in Friedenszeiten und Bündnisse im Falle einer Aggression zulässt –, würde ein positives Abstimmungsergebnis unserer Sicherheit, unserer Diplomatie und der Friedensförderung einen enormen Schub verleihen. Tatsächlich würde eine Unterstützung durch das Volk unserem Status als neutraler Staat eine ausserordentliche Legitimität verleihen und uns vor Anfechtungen und Druck schützen – nicht nur seitens unserer potenziellen Feinde, sondern auch seitens unserer europäischen und amerikanischen Freunde, die es so gut mit uns meinen. Sie, die vorgeben, die Demokratie gegen Autokratien zu verteidigen – wie könnten sie da einen demokratischen Beschluss des Schweizer Volkes nicht begrüssen?

Als der Wiener Kongress die Schweizer Neutralität bestätigte, stellte sich die Frage: War es nicht eine Einschränkung, neutral zu sein? Damals hatten unsere Vorfahren verstanden, dass die Neutralität es ermöglichte, die Einmischungen Frankreichs und Österreichs (der feindlichen Mächte jener Zeit) in Schach zu halten und unserem kleinen Land eine unerhoffte Handlungsfreiheit verschaffte. Werden wir heute die Weisheit besitzen, es ihnen gleichzutun?

Der Text dieses Artikels ist heute in französischer Sprache in der Tageszeitung Tribune de Genève erschienen. Es handelt sich um eine Entgegnung auf die irreführenden Behauptungen von Amnesty International zur Neutralitätsinitiative (wir haben hier darüber berichtet).

Eine Antwort

  1. F-35 : LA CONFIANCE N’EST PAS UN CHÈQUE EN BLANC
    On nous répète qu’en matière de neutralité, il faut préserver la « marge de manœuvre » du Conseil fédéral.
    Puis arrive le F-35.
    La Commission de gestion du Conseil national vient de constater qu’aucun prix fixe forfaitaire n’avait été convenu avec les États-Unis. Elle critique une communication trop catégorique, une organisation des négociations inadéquate, un suivi insuffisant du département et un flux d’information défaillant.
    Ce dossier n’a juridiquement rien à voir avec la neutralité. Mais politiquement, il rappelle une évidence que nous oublions volontiers : des institutions solides ne rendent pas leurs décideurs infaillibles.
    Un Conseil fédéral peut se tromper. Un département peut mal apprécier une situation. Une administration peut être trop sûre d’elle. Et le contrôle peut intervenir trop tard.
    Or l’un des arguments essentiels des opposants à l’initiative sur la neutralité consiste
    précisément à nous demander de conserver aux autorités une grande liberté d’appréciation.
    Ils répondent qu’une Constitution trop précise pourrait réduire la capacité d’adaptation de la Suisse. C’est un argument sérieux.
    Mais c’est justement la question qui nous est posée le 27 septembre : jusqu’où cette liberté doit-elle aller lorsqu’il s’agit d’un principe aussi fondamental que notre neutralité ?
    Je ne vote pas OUI parce que je me méfie de tout gouvernement.
    Je vote OUI parce qu’une démocratie adulte ne confond pas confiance et abandon du
    contrôle.
    La Constitution sert précisément à fixer les limites dans lesquelles les gouvernements successifs peuvent agir. À l’intérieur de ce cadre, ils gouvernent. Le cadre, lui, appartient au peuple et aux cantons.
    Nos institutions méritent notre confiance.
    Elles ne méritent pas un chèque en blanc.
    Le 27 septembre, je vote OUI.
    Source : CdG-N, communiqué du 8 septembre 2026, « Prix fixe du F-35A ».
    Alain Curchod

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