In London berieten über 2000 Aktivisten, Gewerkschafter und Politiker über gemeinsame Aktionen
In London hat die internationale Antikriegsbewegung auf Einladung der Stop the War Coalition versucht, aus Protest wieder Organisation zu machen. Am 19. und 20. Juni 2026 kamen mehr als 2000 Aktivisten, Gewerkschafter, Parlamentarier, Studierende und Vertreter der Zivilgesellschaft zur International Conference Against War zusammen. Der Ort war symbolisch: die Central Hall Westminster, wo 1946 die erste Generalversammlung der UNO eröffnet wurde.
Im Zentrum stand nicht nur die Ablehnung einzelner Kriege, sondern die Kritik an einem ganzen System: steigende Militärbudgets, Rüstungsindustrie, Bündnispolitik, Wehrpflichtdebatten und die Militarisierung von Bildung und Alltag. Die soziale Frage wurde direkt mit der Kriegsfrage verbunden: Geld, das für Gesundheit, Wohnen, Bildung, Löhne und Klimaschutz fehlt, fliesst in Waffen und Kriegslogistik. «Wohlfahrt statt Krieg», «Löhne statt Waffen», «Jobs statt Wehrpflicht» lauteten die Parolen.
Palästina war ein Schwerpunkt. Der Krieg wurde als Beispiel westlicher Doppelmoral, selektiver Menschenrechte und gescheiterter internationaler Institutionen verstanden. Zugleich warnten Redner vor Einseitigkeit: Die Antwort auf US-Imperialismus dürfe nicht europäischer Imperialismus sein.
Diskutiert wurden auch Alternativen: gemeinsame Sicherheit, Diplomatie, Abrüstung, zivile Konfliktbearbeitung, gewaltfreier Widerstand und Friedensbildung. Der entscheidende Test beginnt nach der Konferenz: Aus starken Reden müssen verbindliche Kampagnen werden – in Gewerkschaften, Schulen, Universitäten, Parlamenten und lokalen Initiativen.
Ausführlicher Konferenzbericht auf zeitpunkt.ch