In einem offenen Brief werfen die Organisatoren des runden Tischs für die Neutralität der Parteispitze der Sozialdemorakten Desinformation und geopolitische Blindheit vor
Die Debatte um die Neutralitätsinitiative spitzt sich zu. In einem offenen Brief an die Parteileitung der SP Schweiz werfen der Historiker René Roca und der Unternehmer Hans Bieri der Partei vor, mit falschen Behauptungen die Schweizer Neutralität zu untergraben. Insbesondere widersprechen sie der Aussage, der Schweizer Rohstoffhandel finanziere Russlands Kriegskasse. Sanktionen seien dafür nicht ausschlaggebend, argumentieren sie, da die USA ihre Interessen längst über die extraterritoriale Anwendung ihres Rechts durchsetzten.
Roca und Bieri sehen die Schweiz seit den Sanktionen gegen Russland auf dem Weg, ihre traditionelle Neutralität preiszugeben. Sie kritisieren die NATO-Osterweiterung und die westliche Interventionspolitik seit dem Ende des Kalten Krieges als wesentliche Ursachen der heutigen Konflikte und werfen der SP eine einseitige geopolitische Sichtweise vor.
Statt die Schweiz weiter an militärische Machtblöcke anzunähern, müsse sie zu einer integralen, immerwährenden Neutralität zurückkehren. Diese sei nicht nur ein verfassungs- und völkerrechtliches Prinzip, sondern ein wichtiger Beitrag zur Friedensförderung in Europa und darüber hinaus, schreiben die beiden Organisatoren des Runden Tisches zur Neutralitätsinitiative.