Anneke Schammann und Uwe Burka warnen vor Krieg, Finanzmacht und EU-Nähe – und sehen die Schweiz als weltweiten Friedensimpuls.
Unter dem Titel «Das Zünglein an der Weltwaage» richten Anneke Schammann und Uwe Burka, beides Deutsche, einen politischen Weckruf an den Schweizer Souverän. Die Autoren zeichnen ein bedrohliches Bild der Gegenwart: Der Finanzsektor habe weltweit eine bestimmende Macht über Politik, Medien, Industrie und internationale Organisationen übernommen. Kriege, soziale Spaltung, wirtschaftliche Ausbeutung und politische Abhängigkeiten sind aus ihrer Sicht Folgen eines spekulativen Geldsystems, das Profit über Menschlichkeit stelle.
Die Schweiz ist für Schammann und Burka das letzte Land, das dank direkter Demokratie, föderaler Struktur und historischer Neutralität noch handlungsfähig sei. Gerade deshalb trage sie eine besondere Verantwortung. Die Autoren warnen vor einer schleichenden Annäherung an EU, NATO und westliche Machtblöcke.
Eine «flexible Neutralität» lehnen sie ab; stattdessen fordern sie eine bedingungslose Neutralität, über die im Herbst 2026 abgestimmt wird. Nur so könne die Schweiz ihre Rolle als glaubwürdige Vermittlerin zurückgewinnen.
Der Text verbindet geopolitische Kritik mit einer grundsätzlichen Systemdiagnose. Die EU wird als zentralistisch, kriegstreibend und undemokratisch beschrieben. Deutschland gelte als besonders gefährdet, wirtschaftlich und kulturell geschwächt sowie politisch auf Kriegskurs gebracht. Die Schweiz drohe, in diesen Strudel hineingezogen zu werden. Deshalb müssten Bürgerbewegungen, Bauern, Gesundheitsinitiativen und Bildungsprojekte ihre Kräfte bündeln.
Besonders scharf kritisieren Schammann und Burka das heutige Finanzsystem. Spekulation ist eine versteckte Form der Ausbeutung: Ein wachsender Anteil der Konsumausgaben fliesst nicht in reale Arbeit, sondern in Kapitalrenditen, Zinsen, Pachten und Finanzgewinne.
Als Ausweg schlagen die Autoren ein neues Geld- und Steuersystem vor. Arbeit solle entlastet, schädliches Verhalten stärker besteuert und Spekulation eingedämmt werden. Auch regionale Verrechnungssysteme und solidarische Wirtschaftsformen sollen gestärkt werden.
Langfristig plädieren die Autoren für eine «Dreigliederung» der Gesellschaft: ein freies Kulturleben, eine solidarisch organisierte Wirtschaft und einen Rechtsbereich, der allen Bürgern gleichwertig dient. Bildung, Gesundheit, Landwirtschaft und Journalismus sollen unabhängiger von Staat und Kapital werden. Die Schweiz könne damit zum Vorbild für eine menschenwürdigere Gesellschaft werden.
Der Appell endet mit konkreten Handlungsvorschlägen: Medienkritik, Friedensarbeit, regionale Gruppen, Unterstützung von Bauernhöfen, freier Bildung und Gesundheitsinitiativen, Stärkung der Neutralitätsbewegung sowie ein neues gesellschaftliches Leitbild. Die Grundbotschaft lautet: Die Schweiz soll nicht «Schweiz first» betreiben, sondern aus ihrer Freiheit heraus Verantwortung für andere Länder übernehmen.
3 Responses
Alle Verbesserungsvorschläge der Autoren würden auf einen Schlag durch die revolutionäre Einführung der Humanen Marktwirtschaft nach Peter Haisenko in der Schweiz umgesetzt UND in dieser der realen Wirtschaft und uns Menschen dienenden Marktwirtschaft ist die Umsetzung der Dreigliederung der Gesellschaft problemlos möglich!
Viel Erfolg! Kritik üben, Alternative aufbauen. Das war schon der Slogen der Occupy-Bewegung ab 2011.
Nach einigen Jahren an kritischem Aktivismus bin ich definitiv zur Alternative übergegangen. Oberste Priorität dabei hat meine persönliche Souveränität bzw. mentale Gesundheit, ohne die ich schlecht solidarisch mit Andern sein kann.
Ich habe mich schon zu Beginn der Coronaphase, aber auch zuvor in Occupy- und Klimathemen von der aktiven Beteiligung in sogenannten Widerstandsgruppen zurückgezogen und mich aufs virtuelle Netzwerken fokussiert. Entweder, weil man seins ja irgendwann gesagt hat und dann die Leute im Sozialkontext in Ruhe lassen mag, oder weil scheinheilige Wichtigtuer und Neider eine gemeinsame Basis gar nicht aufkommen lassen, so wie es bereits bei den politischen Parteien der Fall ist, recht schnell kantonal, irgendwann dann auch regional. National gar nicht zu erwähnen. (Dies meine Erfahrung bei den Grünen.)
So hatte ich die Kontrolle darüber, mich nicht zu verheizen.
Möglichst wenig für Geld arbeiten zu wollen bzw. das verdiente Geld in nachhaltige Werte zu investieren, sowie die körperlichen Bedürfnisse aufs Älterwerden hin haben mir das vermehrte Bewegen/Leben in natürlichen Kreisläufen aufgedrängt.
Wildpflanzennahrung und Aufbau eines persönlichen internationalen Netzwerks, wo ich günstig leben und gute Nahrung zur Verfügung habe, Freundschaften aufbaue mit Menschen, die dank ihrer eigenen Souveränität ebenfalls noch fähig sind, friedlich mit anderen Menschen umzugehen und offen, die häufig genug diskutierten Werte auch zu leben bzw. ehrlich mit den dabei oft auftauchenden menschlichen Grenzen umzugehen. Eigene Erfahrungen und Stärken, Ausweichmöglichkeiten und genügend Zeit zu haben helfen dabei ungemein.
Und eben: Wahre Perspektiven gegen die Ohnmacht. Das ist die Natur alleweil!
So habe ich nun einen solarbetriebenen Wohnwagen fix auf einem Permakulturcamping in Südeuropa stehen, welcher mir bis auf Weiteres als zweite Basisstation und Wundertüte für mein künftiges Leben zur Verfügung steht.
Alleine diese Tatsache, das Wissen um eine wirkliche Alternative lässt mich gelassener und freudiger in die Zukunft blicken.
Im Falle der Fälle weiss ich gar um die Möglichkeit der Vereinsgründung zwecks freiem Reisen in andere Länder mittels Einsatz der Mitglieder auf Alternativhöfen (Einreise zwecks Arbeit, nichtmonetärer natürlich).
Geste der Neutralität
Was ist „Neutralität“,
wenn sie auf einem Fundament materialistischer Weltanschauung – und der Mensch mit Gummischuhsohlen auf betoniertem Boden steht ?
Ob Du Politiker oder mitbürgender Wähler, wählender Bürger oder Banker bist, ist zweitrangig. Mach einen Tagesausflug und stell Dich barfüssig für eine Stunde auf den Boden von Mutter Erde und verkünde Deinen Neutralitätswillen – höre Dir selbst zu !
Und schau selbst, ob Du Dich weiterhin als Mensch, Europäer und Erdenbürger bezeichnen willst – und kannst – oder nicht.