Frieden zahlt sich aus – ja, auch im Portemonnaie

Der Tag der Arbeit ist auch der Tag der Neutralität

Die Bewegung für Neutralität und ein paar andere Organisationen begehen seit einigen Monaten jeden ersten Tag im Monat als «Tag der Neutralität». Wir hängen Fahnen an den Balkon oder treffen uns mit Freunden.

Am 1. Mai fällt der Tag der Neutralität auf den Tag der Arbeit – eine überaus passende Kombination! Der Wohlstand der Schweiz und die vergleichsweise hohe Kaufkraft haben eine Ursache: der seit bald 200 Jahren währende Frieden und die Neutralität als Voraussetzung dazu.

Aber seit 2022 wird sie wieder infrage gestellt – von Kräften, die uns der Nato und den Militärstrukturen der EU annähern wollen. Zu passiv, zu altmodisch, heisst es. Doch wer so argumentiert, blendet aus, was sie konkret bewirkt: Frieden, Sicherheit und breit abgestützter Wohlstand.

Neutralität ist kein moralisches Ornament, sie ist ein handfester Standortvorteil. Weil sich die Schweiz nicht in militärische Bündnisse verstrickt, bleiben die Militärausgaben vergleichsweise tief. Dieses Geld fehlt nicht – es steht für Bildung, Infrastruktur und soziale Stabilität zur Verfügung. Das stärkt die Kaufkraft.

Gleichzeitig schützt Neutralität die wirtschaftliche Eigenständigkeit. Die Schweiz kann aussenwirtschaftlich mit allen Ländern Handel treiben. Sie kann ihre Arbeitsmarktregeln selbst setzen, ihre Löhne verteidigen und ihre Sozialpartnerschaft pflegen. Das Resultat sehen wir jeden Monat: hohe Löhne, stabile Arbeitsverhältnisse, starke Binnenwirtschaft.

Die Schweiz beweist es seit 1815: Neutralität hält uns raus aus Kriegen und Rüstungswahnsinn (aber leider nicht mehr aus Sanktions-Spiralen). Statt Milliarden für Panzer und Raketen zu verbraten, fliessen die Steuergelder in Löhne, AHV, Arbeitslosenkassen und ein vorbildliches Bildungssystem.

Ergebnis? Durchschnittslöhne von über 6’500 Franken brutto – Spitzenplatz weltweit (kleine Steuerparadiese ausgenommen). Wir müssen die Arbeiterschaft nicht mit Billiglöhnen abspeisen, um «wettbewerbsfähig» zu bleiben.

Wer die Neutralität aufweicht, riskiert mehr als gefährliche aussenpolitische Verschiebungen. Er öffnet die Tür für fremde Interessen: Er öffnet die Tür für fremde Interessen – und damit für Druck auf Löhne und Kaufkraft.. Eine Annäherung an die Nato und die Militärstrukturen der EU bedeuten höhere Militärausgaben, mehr geopolitische Abhängigkeit, weniger Spielraum im Inland.

Neutralität ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Erfolgsmodell – gerade für Arbeitnehmende.


Wenn Sie am 1. Mai einen passenden Flyer verteilen wollen, gibt es hier eine Vorlage zum Downloaden Kopieren.

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