Blockfreiheit‘ und ‚Neutralität’ sind aus der Sicht des globalen Südens essentielle Grundlagen für eine friedlichere Welt, so zu lesen in einem E-Mail aus Neuseeland.
Am 24. Januar 2026 hatte die Friedensorganisation Global Women for Peace United Against NATO ein Webinar zu NEUTRALITY & PEACE (Neutralität & Frieden) veranstaltet, das offenbar auch auf der anderen Seite der Welt verfolgt worden ist. Einige Tage später erhielt die Friedensorganisation Global Women ein Mail aus Neuseeland. Absender war Laurie Ross von der Organisation NuclearFreePeacemakers mit folgendem Wortlaut:
„VIELEN DANK für eure wunderbare Friedensarbeit, um dem Greuel des Krieges gegen die Menschheit ein Ende zu setzen. Euer derzeitiger Fokus auf Neutralität, Friedensstiftung, Verteidigung und Außenpolitik macht besonders hoffnungsvoll, da die Menschen positive Alternativen zum Militarismus kennenlernen müssen.
Ich fand Euer Webinar sehr gut und war von allen Referenten beeindruckt. Danke, Elke, für die hervorragende ergänzende Erklärung zur deutschen Kampagne für Neutralität. Danke an Ariet für die Erläuterung, wie man sich für die Stärkung der Neutralität in der Schweiz einsetzt. Danke an Bijana für die beunruhigende Nachricht über den Rückgang der Friedensforschung in Europa und die orwellsche Doppelzüngigkeit, der wir derzeit ausgesetzt sind, wo „Frieden” gleichbedeutend ist mit „Vorbereitung auf Krieg” und militärische Macht die einzige Verteidigung darstellt. Danke, Moji, für Ihre großartigen Einblicke in den „ideologischen Populismus” und die „Partnerschaften für den Krieg” durch politische Führungskartelle. Sie alle (links und rechts) sind vom militärisch-industriellen-technologischen Finanzsystem abhängig.
Die politischen Supermachtparteien halten Kriege durch militärische Drohungen und Konkurrenz aufrecht. Darüber hinaus unterliegt die Mehrheit der Menschen einer sozial manipulierten kulturellen Indoktrination, militärischen Ausbildung und „Gewalt und Krieg als Unterhaltung“ sowie Massenmorden und Schießereien, die selbst in der Zivilgesellschaft zur Norm für psychisch kranke Menschen geworden sind.
Mein Vater Larry Ross schrieb 1963, dass Neuseeland ein atomwaffenfreier, neutraler Friedensstifter werden sollte, und startete 1981 eine Kampagne zu diesem Zweck. Dieses Ziel wurde 1984 erreicht und 1987 gesetzlich verankert. Unser Land entwickelte eine starke dezentrale Friedensbewegung, die sich darauf einigte, sich durch öffentliche Aufklärung und Petitionen auf die NZNFZone zu konzentrieren. Innerhalb von drei Jahren gründeten wir 86 Räte für atomwaffenfreie Zonen (65 % der Bevölkerung). Bis 1987 stieg die Zahl auf 105 NZF (72 % der Bevölkerung) (…)
Ich freue mich, berichten zu können, dass wir dies seit fast 40 Jahren aufrechterhalten haben, obwohl dies ständige Wachsamkeit erfordert. Es gibt jedoch verschiedene davon abweichende Regierungsmassnahmen und verdeckte/offene Versuche der USA, uns zum Widerruf oder zur Unterstützung der Militarisierungsstrategien der USA, insbesondere im Pazifik, zu bewegen.
Der wirtschaftliche Druck der USA zwingt Neuseeland dazu, mehr US-Militärtechnologie zu kaufen, daher müssen wir neuseeländischen Friedensveteranen weiterhin hart arbeiten. (…)
Mit freundlichen Grüßen Laurie Ross www.NuclearFreePeacemakers.org
In einem weiteren Mail schrieb Laurie Ross, dass die Schweiz sowie weitere neutrale Länder für die Arbeit ihres Vaters sowie für ihre eigene Arbeit Vorbilder gewesen seien. Ihr Vater plädierte „stets für eine „positive friedensstiftende Neutralität” als Verteidigungs- und Außenpolitik. Er verwies immer auf die Schweiz (und auch die skandinavischen Länder) als Vorbild für Neuseeland. Er hatte die Vision, dass Neuseeland zur Schweiz des Südpazifiks werden sollte.“