Im Zürcher Hauptbahnhof hängt – in düsteren Farben – ein Plakat der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SPS), das unter dem Titel «Milliarden für Putins Krieg?» ein «Nein» zur Neutralitätsinitiative fordert. Darunter abgebildet eine Hand, die eine andere hält. Aus diesem Händedruck tropft es schwarz auf das Bild einer schwarzen Schweiz. Ein sachliches Argument gegen die Neutralitätsinitiative gibt es auf diesem Plakat nicht. Stattdessen wird mit einem düsteren Schreckbild darauf abgezielt, beim Betrachter unbewusste Ängste zu aktivieren und damit einen emotionalen Anti-Reflex gegen die Neutralitätsinitiative auszulösen. Damit soll verhindert werden, dass wir uns als Bürgerinnen und Bürger sachlich und ganz konkret mit den Pro- und Contra-Argumenten mit der Neutralitätsinitiative auseinandersetzen.
Offensichtlich fehlt es dem SP-Zentralkomitee und bedauerlicherweise auch der Partei der Grünen (GP) an stichhaltigen Argumenten gegen die Neutralitätsinitiative. Das einzige, was die SPS gegen die Neutralitätsinitiative zu bieten hat, ist plumpe Propaganda aus der untersten Schublade, um zu verhindern, dass sich der Souverän unvoreingenommen mit dem Text der Neutralitätsinitiative auseinandersetzt.1
Mit dieser plumpen Propaganda marschieren die SPS und die GP im Gleichschritt mit dem «NATO-Netzwerk in der Schweiz» das «die Neutralität globalen Machtinteressen opfert». Wie weit das Netzwerk bereits gediehen ist, zeigt der Journalist Rafael Lutz in seinem neuen Buch.2
Was Lutz in seinem Buch recherchiert hat ist keine Verschwörungstheorie. Das zeigt das Interview, das Glenn Diessen mit Lawrence Wilkerson führte, einem pensionierten US-amerikanischen Oberst und ehemaligen hohen Regierungsmitarbeiter, der sich in seinem Berufsleben offensichtlich hinter den Kulissen der offiziellen amerikanischen Aussenpolitik bewegt hat. Im Interview sagte Wilkerson wörtlich: «Wir haben das Europa, das jetzt existiert, absichtlich geschaffen.» Wie genau das vor sich gegangen ist, beschreibt er wie folgt:
«Ich weiß, was wir getan haben. Ich weiß, wie akribisch die CIA – wie akribisch der SIS, der MI6 und bis zu einem gewissen Grad auch der Mossad, obwohl sie anfangs keine willigen Partner waren, wurden sie doch zu Partnern, weil sie sahen, wie viel Geld darin steckte –, wie wir (…) den Hunden das Bellen beigebracht haben. Wir haben Zeitungsredakteure gekauft. Wir haben Gewerkschaftsführer gekauft. Wir haben Abgeordnete gekauft. Wir haben zwei Generalsekretäre gekauft – Jens Stoltenberg und Mark Rutte. Wir haben ganze Länder gekauft, was ihren politischen Apparat und die Kräfte betrifft, die sie beeinflussen, beginnend im Jahr 2002, als wir es wirklich in die Tat umsetzten – Milliarden von Dollar für die CIA und andere. USAID war ein Instrument. Sie haben die liberale Demokratie zur Waffe gemacht.» https://www.youtube.com/watch?v=PjG-zfGY5PY https://podcastrex.com/shows/glenn-diesen-greater-eurasia-podcast/lawrence-wilkerson-us-considers-nuclear-strike-against-iran
Diese Stellungnahme von Wilkerson hat Urs Hans am letzten Samstag in Bern an den Beginn der nationalen Kundgebung zur Neutralität gestellt. Anschliessend an das Zitat sagte Urs Hans, das zeige die «Situation in Westeuropa und auch von der Schweiz, die sich jetzt duckt. Und dann meine Frage, ich war ja mal bei den Grünen, wie es die meisten wissen: Weshalb unterstützen heute sogar Linke und Grüne den Schauspieler und seine Helfershelfer in Kiew?»
- Das Plakat der SPS erinnert an Propagandaplakate zur Zeit des 1.Weltkrieges, so zum Beispiel an ein englisches Plakat zum Feindbild Deutschland: «Remember! The Hun is at our gates!» «Achtung! Die Hunnen stehen vor unseren Toren!» Oder ein Propagandaplakat gegen das russische Zarenreich, auf dem die Angst vor den «russischen Horden» geschürt wird. ↩︎
- Rafael Lutz, Das NATO-Netzwerk in der Schweiz, Solothurn 2026 ↩︎