Die Bewegung sieht die Schweiz auf einem ähnlichen Kurs wie Schweden und Finnland – Richtung NATO-Anbindung, EU-Integration und geopolitischer Anpassung
Das Mouvement pour la souveraineté sieht Parallelen zur Entwicklung in Schweden und Finnland: Beide Länder galten jahrzehntelang als neutral, bevor sie sich innert kurzer Zeit unter geopolitischem Druck der NATO anschlossen. Entscheidend sei dabei nicht ein plötzlicher Bruch gewesen, sondern ein langfristiger politischer und institutioneller Prozess der schrittweisen Annäherung.
Genau eine solche Entwicklung erkennt die Bewegung heute auch in der Schweiz. Trotz verfassungsmässiger Neutralität übernehme der Bundesrat zunehmend ausländische Sanktionen, vertiefe die militärische Zusammenarbeit mit der NATO und passe die Schweizer Armee immer stärker an westliche Standards an. Damit verliere die Schweiz ihre strategische Eigenständigkeit.
Das Mouvement pour la souveraineté kritisiert zudem eine zunehmende euro-integrationistische Haltung innerhalb der politischen Elite. Die Annäherung an NATO und EU werde als technischer oder wirtschaftlicher Sachzwang dargestellt, ohne dass eine echte demokratische Grundsatzdebatte stattfinde. Dadurch drohe die Souveränität der Schweiz schrittweise ausgehöhlt zu werden.
Für die Bewegung ist die Neutralität kein historisches Symbol, sondern eine zentrale Voraussetzung für direkte Demokratie, Unabhängigkeit, Stabilität und die Rolle der Schweiz als Vermittlerin. Ihr Verlust würde nicht nur die Aussenpolitik verändern, sondern den Charakter des Landes grundlegend wandeln.
Die Bewegung versucht aktiv, eine Gegenöffentlichkeit zur offiziellen Aussen- und Sicherheitspolitik aufzubauen. Mit Artikeln, Kampagnen und politischen Stellungnahmen ruft sie Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich für Neutralität, direkte Demokratie und nationale Selbstbestimmung einzusetzen.
Im Zentrum steht die Überzeugung, dass die Schweiz ihre Unabhängigkeit nur bewahren kann, wenn sie sich weder militärisch noch institutionell schrittweise an NATO- und EU-Strukturen bindet. Die Bewegung versteht sich deshalb als zivilgesellschaftlicher Weckruf gegen eine lautlose geopolitische Neuorientierung der Schweiz.
