Rund 500 Menschen aus Österreich und der Schweiz demonstrierten in Bregenz für Neutralität und Souveränität – mit klaren Appellen an Politik und Regierende, Diplomatie statt Eskalation zu wählen. Ein Rückblick von Ursula Cross.
Die Vereinigung «Frieden durch Freiheit» und das «uk-netzwerk-vorarlberg.com» hatten für den 13. Dezember in Bregenz zur länderübergreifenden Kundgebung «Neutralität & Souveränität» eingeladen. Sie forderten: Wir sind für Diplomatie und Friedensstiftung. Und: Wir möchten von den Regierenden unsere Interessen vertreten haben!
Gekommen sind etwa 500 Personen aus Österreich und der Schweiz. Die beiden Hauptredner Günther Greindl, General i.R. (Österreich) und Philipp Kruse, Rechtsanwalt (Schweiz) hielten engagierte und deutliche Reden, die vom zahlreichen Publikum mit herzlichem Applaus verdankt wurden.

Philipp Kruse, Rechtsanwalt, Schweiz (Foto U. Cross)
«Wenn wir unsere Neutralität verlieren, verlieren wir unsere Sicherheit und auch die Kontrolle über unser Schicksal als Bevölkerung. Wir verlieren die Kontrolle über unsere eigentliche Demokratie, weil wir in etwas hineingezogen werden, das niemand mehr kontrollieren kann. Diese Kriegsaktivitäten können nicht kontrolliert werden heutzutage. Das geht wenige Stunden und dann eskaliert die Geschichte und dann gibt es weder einen Politiker noch einen General, der auf Knopfdruck den Frieden wieder herstellen kann.»
In seiner Rede betonte Philipp Kruse die Wichtigkeit der Bewegung für Neutralität (bene.swiss) und gab das Wort an Pia Rycroft vom Vorstand von bene.swiss weiter. Sie hat die internationale Zusammenarbeit für die Neutralität begrüsst.

Günther Greindl, General i.R., Österreich (Foto U. Cross)
G. Greindl: «Die Neutralität ist natürlich ein Versprechen, dass wir gemacht haben, ein Versprechen, dass wir uns künftig aus allen Kriegen heraushalten. Das ist eigentlich der Kern der Neutralität.
Ich habe persönlich erfahren – ich war ja zwölf Jahre Kommandant von UN-Truppen in Zypern, in Irak, in Kuwait, im ehemaligen Jugoslawien – und habe überall erfahren, dass wir dort sehr positiv wirken konnten als neutraler Vertreter, als Vertreterin des neutralen Landes.
Als wir unsere Neutralität erklärt haben, haben wir ja ein Versprechen abgegeben an alle Staaten, mit denen wir damals diplomatische Beziehungen hatten, dass wir in Zukunft permanent, also immerwährend neutral sein wollen. Und ich glaube, das Versprechen sollten wir halten. Ich möchte das Versprechen halten, Sie möchten es halten, darum sind Sie heute hier.
Und 80 % der Österreicher möchten das halten. Also ich glaube, wenn wir so eine starke Unterstützung für die Neutralität haben, dann müssen wir doch in der Lage sein, diese zu bewahren. Und ich freue mich auch, dass heute ein Schweizer Kollege hier ist. Die Schweiz war ja das Vorbild für unsere Neutralität.»

(Foto U. Meier)

(Foto U. Meier)